Kurbelwellensimmering 

Immer Öltropfen auf dem Pflaster in der Einfahrt. Es wahren mehrere Tropfen, eine Stelle besonders groß, direkt unter der Keilriemenscheibe auf der Kurbelwelle. Der Aufwand ist nicht unerheblich. Motorhaube abbauen, Kühler entfernen, Vicolüfter demontieren und Keilriemenscheibe lösen und mit Abzieher abziehen. 

Bis hier unproblematisch, aber der Anlaufring (4) muss auch mit gewechselt werden. Der Anlaufring ist auf die Kurbelwelle gepresst und stellt eine optimal geschliffene Oberfläche (2) für den Simmering (3) dar. Man soll unbedingt Simmering (3) und Anlaufring gleichzeitig wechseln, sonst ist der neue Ring nicht lange dicht, da die neue Dichtlippe (3) an den nach Jahrzehnten alten Anlaufring (2) gleich wieder undicht wird. Der Simmering hätte schon Jahre vorher gewechselt werden müssen, er war hart wie Kunststoff und der vordere Motor war mit ganz festen Ölablagerungen verkrustet. Vermutlich leckte der Motor seit Jahren.

Jetzt zum Problem, der Anlaufring. Der Simmering sitzt ja Plan mit der Motorwand, also in der Motorwand. Wenn der Simmering entfernt ist, sieht man zwar den Anlaufring, aber er lässt sich nicht abziehen. Er ist glatt und hinter den Ring zum Abhebeln kommt man nicht, da er ja in der Motorwand sitzt. 

So ein Abziehwerkzeug wird normaler Weise dafür benötigt.

Ich habe es mit Drehmel und Trennscheiben versucht, mit Schraubendreher etc. es ging nicht. Mit einem Schweißbrenner und kleiner Spitze habe ich dann den alten Ring aufgeschmolzen (1). Die anderen Beschädigungen sind von den erfolglosen Versuchen. Wichtig war, die Kurbelwelle nicht zu beschädigen, es hat funktioniert. Vorne ist alles wieder dicht. "Jetzt tropft noch die Hinterachse". 

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